6. MAGDEBURGER IMMOBILIENGESPRÄCH - 17.10.2017

Magdeburg im Aufschwung – Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper über die Immobilienlage in der Landeshauptstadt

Im Podium:

  • Thomas Lange, Geschäftsführer Velero Partners GmbH, Berlin
  • Mark Münzing, Vorstand Akquisition ZBI Zentral Boden Immobilien AG, Erlangen
  • Ralf Müller, Vorstand Profi Partner AG, Berlin
  • Siegmar Engel, Geschäftsführer ORLANDO REAL Berlin GmbH

Moderation: Christian Hunziker, freier Journalist, Berlin

 

Fahrt aufgenommen

In der Diskussion beim gestrigen 6. Magdeburger Immobiliengespräch zeigte sich, dass Magdeburg nicht unbedingt eine Neuentdeckung ist. Mark Münzing, Vorstand Akquisition ZBI Zentral Boden, sagte: „Unser Unternehmen hat bereits 2002 hier gekauft.“ Mittlerweile haben sie 1.427 Wohneinheiten. „Die Mietentwicklung ist fast so gut wie in Berlin, der Magdeburger Markt hat deutlich an Fahrt aufgenommen.“ Thomas Lange, Geschäftsführer der Velero Partners GmbH, antwortete auf die Frage von Moderator Christian Hunziker, warum er sich für die Otto-Stadt interessiere: „Für uns sind Nischenprodukte interessant. Hier war das für uns ein Plattenbau mit 15 Prozent Leerstand.“ Siegmar Engel von der Orlando Group sagte: „Vor drei Jahren dachte ich, das wird nix. Ich wollte 130 Wohnungen kaufen, keine Bank wollte mich finanzieren. Das hat sich geändert.“ Einziges Manko in Magdeburg: der fehlende ICE-Anschluss.

Stadt, auf dem Weg nach Hannover

Als genau jene kannte Ralf Müller, Vorstand der Profi Partner AG, Magdeburg. Die Begeisterung habe sich in Grenzen gehalten, als das Angebot kam, das RavensbergQuartier in Magdeburg zu vermarkten. Immerhin: 129 Eigentumswohnungen waren das. „Wir haben angefangen uns den Markt zu erarbeiten. Dann drehte sich unsere Sicht sehr schnell“, sagte er gestern Abend beim 6. Magdeburger Immobiliengespräch. Und Magdeburg hat es ihm angetan: „Wir haben direkt neben dem Quartier das nächste Projekt mit 55 bis 60 Wohnungen.“

„Heuschrecken wollen wir nicht“

Das gilt wohl nicht nur für den Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Wir haben beispielsweise in der Neuen Neustadt Investoren, die haben gekauft, sanieren nicht, ziehen nur die Miete. Es gibt da Häuser, die sind wirklich problematisch für uns.“ In diesem Stadtteil hat Thomas Lange, Geschäftsführer der Velero Partners GmbH, 360 Wohneinheiten mit 20 Prozent Leerstand gekauft. „Letzterer ist dem schlechten Zustand geschuldet, wir haben ein großes Sanierungsbudget geplant.“ Das Einkaufszentrum werde wiederbelebt, die Haltestelle sei direkt vor der Tür. Als Nischenprodukt sieht auch Siegmar Engel von der Orlando Group seine Investition in 250 Wohneinheiten in Olvenstedt. „Da sind viele Einfamilienhäuser drum rum, wir haben die letzte Grotte gekauft. Wir haben vor Ort drei Hausmeister, die gecoacht werden, wir hübschen alles auf. Das geht nicht über Nacht. In zwei bis drei Jahren haben wir dort aber eine echte Perle.“

„Damit ärgern wir die Bevölkerung“

Beim 6. Magdeburger Immobiliengespräch begründete Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper diesen Satz sofort: „Wir haben in der Stadt sehr viele Baustellen und damit Stau.“ Aber das alles für ein zukunftsfähiges Magdeburg – egal ob Eisenbahnüberführung, ein neuer Strombrückenzug, das Domquartier oder der ehemaliger Blaue Bock. Die Zeiten, in denen negative Zukunftsprognosen Investoren abschreckten, sind vorbei. Die Stadt wächst und gedeiht. Bis 2015 wurden 13.000 Wohnungen abgerissen, durch Neubau blieb aber der Wohnungsbestand etwa konstant. „Wir entwicklen Flächen für Ein- und Zweifamilienhäuser, die immer sehr schnell belegt sind“, so das Stadtoberhaupt. Auch der Gewerbemarkt zeigt positive Zahlen. Aktuell sind etwa 40 gewerbliche Standorte ausgewiesen. Die nachhaltige Stadtentwicklung werde aber auch in Zukunft ein „heißes Thema“ sein. „Wir wollen Flächen ausweisen, auf denen keine Bebauung stattfindet, sondern Kaltluftgebiete beispielsweise entstehen.“

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