Dresdener Immobiliengespräch - 28.09.2017

Werbeblock für die Landeshauptstadt

Im Titel des Vortrags wurde bereits deutlich, worum es sich beim Auftakt des 9. Dresdner Immobiliengesprächs drehen sollte: Es ging um den Topstandort Dresden. Kerstin Zimmermann, stellvertretende Amtsleiterin der Wirtschaftsförderung Dresden, sprach über Millionen von Touristen, die in die Stadt kommen, von steigenden Erwerbstätigenzahlen, von großen Ansiedlungen, wie die Solarfolienfabrik der Heliatek GmbH für 80 Millionen Euro. Thema des Abends mit knapp 200 Gästen: „Wohnen versus Gewerbe – Schlägt Rendite alles? Der Wohnungsmarkt läuft über, folgt der Gewerbemarkt?“

Am Wissenschaftsstandort Ost, auf 100 Hektar, sollen im kommenden Jahr Forschungsinstitute und forschungsnahe Unternehmen angesiedelt werden. „Trotzdem haben wir nicht so viele freie Gewerbeflächen, wie wir gern hätten“, so Kerstin Zimmermann. Momentan sei sie sehr oft direkt vor Ort, um mit Anwohnern über Entwicklungsflächen zu sprechen: „Da schlägt einem nicht nur Begeisterung entgegen, wenn beispielsweise Menschen der Garten weggenommen werden soll.“

Wohnen versus Gewerbe

„Es ist ein tägliches Ringen, alle Wünsche können wir nicht erfüllen“, so Kerstin Zimmermann, stellvertretende Amtsleiterin der Wirtschaftsförderung Dresden. Damit stieg sie in die Podiumsdiskussion des 9. Dresdner Immobiliengesprächs ein, das von Rechtsanwalt Bernd Morgenroth von BSKP Dr. Broll Schmitt Kaufmann & Partner moderiert wurde.

Felix Freiherr von Bethmann, Leiter Asset Management der TLG IMMOBILIEN AG, sagte: „In der Innenstadt wird es immer schwieriger. Alles, was sich für den Einzelhandel eignet, eignet sich auch für Wohnen. Letzteres wird derzeit verstärkt umgesetzt. Ich sehe im Gewerbebereich durchaus eine Verknappung.“ Simon Cramer, Inhaber Cramer Immobilien GmbH & Co. KG aus Augsburg und in der Landeshauptstadt als Investorenberater sowie selbst als Investor am Neumarkt tätig, zeigte sich überrascht: „Es gibt hier eine weniger deutliche Konkurrenzsituation wie in München und Berlin. Trotzdem waren wir sehr erstaunt über die Nachfrage.“ Das Bild der Innenstädte verändere sich. „Die Städte werden urbaner, die Menschen wollen etwas erleben. Viele Marken, vor allem im Textilbereich, ziehen sich wegen des Onlinehandels zurück. Gastronomiekonzepte sind stark nachgefragt“, so Felix Freiherr von Bethmann.

Urbanes Gebiet – Bitte ohne Krach!

Beim 9. Dresdner Immobiliengespräch saß auch Andreas Schöberl, Geschäftsführer der Immopact Universelle Werke GmbH und damit Projektentwickler unter anderem auf der Zwickauer Straße, im Podium: „Viele stellen sich unter Gewerbe ein Startup mit einem 3D-Drucker vor. Wenn dann aber ein 40-Tonner anrollt, der Europaletten verlädt, ist es mit der schönen Welt des urbanen Gebietes vorbei“, sagte er. Skeptisch sei er, was die Mischung von Gewerbe und Wohnen angehe.

Seine Forderung an diesem Abend: Überall sehe man Industriebrachen, viele Eigentümer setzen darauf, dass sie genau dort irgendwann Wohnungen bauen können. „Wir wehren uns dagegen, dass es in Industriegebieten plötzlich Wohnungen geben soll.“ Außerdem brauchen brachliegende Gewerbeflächen einen Anschub, entweder durch Fördermittel und/oder eine verlässliche Stadtplanung.

In der Schlussrunde, in der jeder noch einen Wunsch äußern durfte, wünschte er sich bessere Marktdaten. Felix Freiherr von Bethmann hofft auf mehr Lobbyarbeit für Büros innerhalb des 26er-Rings. Denn dort gibt es eigentlich nichts mehr. Und Simon Cramer wollte, dass alle gemeinsam die langfristige Perspektive im Blick behalten und nicht nur, weil es gerade en vogue ist, auf Wohnen setzen.

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