Berliner Immobiliengespräch - 15.06.2017

Der Schwarm zieht weiter. Bei der Premiere des BERLINER IMMOBILIENGESPRÄCHS im Atrium der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auf der Klingelhöferstraße sprach der gefragteste Mann der letzten Monate: Prof. Dr. Harald Simons, Vorstand der empirica AG.

„Die Investitionssummen sind den Erträgen davon gelaufen“, behauptet der „Immobilienweise“, der im Frühjahrsgutachten mit dem Satz „Die Party ist over“ für Furore sorgte, gleich zu Beginn seines Vortrages. Später erklärte der Wissenschaftler, dass die Zuwanderung in Berlin stark nachlasse. „Der Schwarm zieht weiter in preiswertere Städte wie Leipzig oder Rostock.“ Damit werde die Nachfrage sinken, die Mietpreise können nicht steigen, Wertsteigerungserwartungen könnten nicht erfüllt werden. „Die Zukunft müsste perfekt sein, um weiter sehr positive Renditen einzufahren. Doch an eine solche Zukunft glaube ich nicht.“

Die „Gegenrede“ hielt Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstandes der Investitionsbank Berlin. Er verwies auf das Ansteigen der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, die enorme Wirtschaftskraft Berlins, auf die anhaltende Dynamik. „Berlin ist der Performer in Deutschland, liegt über dem bundesdeutschen Durchschnitt.“ In den nächsten zwei bis drei Jahren sei auch nicht mit einem signifikanten Zinsanstieg zu rechnen. „Meine persönliche Meinung ist, dass wir keine Sorge haben müssen, dass es einen abrupten Preisabrieb geben wird.“

Fotos: Sven Darmer

Nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen

Lebhaft ging die Diskussion im Anschluss an die beiden Vorträge beim 1. BERLINER IMMOBILIENGESPRÄCH weiter. „Ich teile Ihre Meinung nicht“, sagte Thomas Groth, Vorsitzender BFW Landesverband Berlin/Brandenburg e.V. in Richtung Prof. Harald Simons. Er bemängelte vor allem die Erhebung der Daten, so beispielsweise, dass Alt- und Neubauten in der Studie „einfach so zusammen geschmissen werden.“

Nikolaus Ziegert, Geschäftsführer ZIEGERT – Bank- und Immobilienconsulting GmbH, betonte die Notwendigkeit von Kritik an der Branche. Euphorische Blindmacherei helfe niemanden. Allerdings verwies er darauf, dass gerade ausländische Investoren den exklusiven Markt Berlin gerade erst anfangen für sich zu entdecken.

„Eine ewige Wachstumsstory wird es nicht geben“, so Thomas A. Mohr, Vorstand CFO Deutsche Immobilien Entwicklungs AG. „Wenn wir auf Planungshorizonte von zwei bis drei Jahren schauen, dann sind Prognosen möglich.“

Torsten Nehls, Geschäftsführender Gesellschafter BELLE EPOQUE Gesellschaft für behutsame Stadterneuerung GmbH, kauft selbst gerade eine Eigentumswohnung – zu einem Preis, den er selbst nicht für möglich gehalten hätte. „Ich bin aber davon überzeugt, dass die Preise weiter steigen werden.“

In Richtung Prof. Harald Simons sagte Torsten Nehls: „Sie vergleichen Äpfel mit Birnen, reiten auf dem Zu- und Abwanderungssaldo herum. Doch sie vergessen die sehr wichtigen Umgebungsvariablen wie die Wirtschaftskraft und steigende Einkommen. Vielleicht werden wir nicht mehr sehr hohe Steigerungen haben, sondern moderate. Aber die Preise werden nicht in den Keller gehen.“

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